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Standards and Other Stories

Release

Standards and Other Stories

Label: 
Pirouet Records
Vertrieb: 
NRW Vertrieb
Kat.Nr: 
PIT3105
Promotion: 

Print, Radio, Online

VÖ: 
07.09.2018
- Standards and Other Stories

Hubert Nuss ist unermüdlich: Er war an weit mehr als 50 Alben mit Jazzgrößen wie Till Brönner, Charlie Mariano und Chris Walden beteiligt.

Nun erscheint mit Standards das fünfte Album unter seinem eigenen Namen, wie die vorherigen vier auch eine Trio-CD mit den US-Amerikanern John Goldsby (Bass) und John Riley (Schlagzeug).

Die drei Musiker lernten sich vor vielen Jahren in Köln kennen. Nach einer Jamsession, so erinnert sich Nuss, habe Riley vorgeschlagen, doch "mal was zusammen zu machen" – und genau das tun sie nun schon seit 1997. Ihr Pirouet Records Debüt Feed The Birds beschreibt die Fachzeitschrift Audio als "Einladung zu einer traumhaften Reise in eine utopische Welt"; mit The Book of Colours, ebenfalls bei Pirouet erschienen, erforschten der Pianist und seine Trio-Kollegen, so heißt es auf der renommierten Jazz Online-Plattform All About Jazz, "... Nuancen, Feinheiten und raffinierte, filigrane Schönheit". Für All About Jazz-Autor C. Michael Bailey ist die Musik des Trios schlicht "großartig" und "stimmungsvoll".

Nuss selbst sagt über seine Musik, er sei auf der Suche nach "Tiefe und Schönheit". Nun, auf seinem dritten Pirouet-Album hat er beides gefunden!

Dass Hubert Nuss seinen Trio-Musikern treu bleibt hat einen ganz simplen Grund: "weil sie spielen können!"
"Bei John Goldsby liegt es schon im Namen - sein Spiel ist pures Gold. Er hat den Sound, er hat das das Gehör, er hat das Timing und er hat den harmonischen Überblick! Er macht aus allem, was ich spiele, Gold. Das gleiche gilt für John Riley", erklärt Nuss. Goldsby hat mit John Hicks, Michael Brecker und John Lewis zusammengespielt, Riley mit Jazzgrößen wie Woody Herman und Kenny Werner, und mit Bob Mintzer sowie dem legendären Village Vanguard Jazz Orchestra Grammys gewonnen. Mit der in Köln ansässigen WDR Big Band haben alle drei Musiker gespielt. Wenn er ein neues Album aufnehme, gehe es ihm nicht darum, ein Produkt zu verkaufen, eine Tour zu promoten oder eine bestimmte Phase festzuhalten, meint Nuss. Er arbeite daran wie an einem Gemälde, einem Buch oder einer Geschichte, zu denen er immer wieder zurückkehren könne: "Ich liebe CD's!" Er sieht sich beeinflusst von Messiaen und Tournemire, aber auch von Bach, Beethoven, Bruckner, Ellington und Coltrane – und betont, er versuche, diese "visionären, fast mystischen harmonischen Farben in meine Musik einzubringen."

Die Standards auf seinem neuen Album wählte Nuss vor allem, weil er sie gut kennt: "Das gibt mir viel Freiheit." Da wäre zum Beispiel mit "Someday My Prince Will Come" ein Disney-Song, und die habe er schon immer gemocht, erklärt Nuss. Auch auf Feed the Birds finden sich zwei Songs aus Disney-Filmen. "Someday My Prince Will Come" beginnt und endet mit herrlich farbigen Akkorden, während das bewegende Intro zu "Body And Soul" sich unter das Thema mischt, die Akkorde wechseln hier von Europäischer Moderne zum Blues und zurück.

Die Kompositionen dreier Jazz-Legenden "sind Stücke einiger meiner absoluten Lieblings-Musiker, die rein zufällig auch alle einflussreiche Komponisten sind", meint Nuss. Mutig ist der Mann der sich traut, Akkorde in Herbie Hancocks "Suspended Chord"-Klassiker "Maiden Voyage" zu verändern – aber es funktioniert richtig gut. Geradezu majestätisch interpretiert das Trio Bill Evans "Time Remembered"; zeitlos kommt Thelonious Monks "Let's Cool One" daher, hier ehrt Nuss Monks Gespür für Akkorde und Phrasierung eher, als das er es imitiert.

Nuss Eigenkompositionen erzählen ganz elementare Geschichten, die so "stark sind, dass sie sich musikalisch ausdrücken lassen."
Die Fantasiewelt der Kindheit, mit all ihren Licht- und Schattenseiten, scheint in "Tiffy" durch; eigensinnig aber eingängig kommt "On The Way" daher, ein Track wie gemacht für Reisende. "On The Road With Lino/Traumnovelle Ouverture" und "The Inevitability of Change/Traumnovelle Finale" sind Stücke, die Nuss eigens für eine Lesung der Traumnovelle von Arthur Schnitzler komponiert hat, initiiert, produziert und vorgetragen von Sebastian Koch. Die Ouvertüre ist hier ein romantischer Klassiker, das Finale als letzter Track des Albums eine besinnliche Ballade. Auch Stanley Kubricks Film Eyes Wide Shut basiert übrigens auf dieser Novelle.

Obwohl Nuss, Goldsby und Riley seit mehr als zwei Jahrzehnten nur sporadisch zusammenarbeiten, "ist es jedes Mal so, als hätten wir uns gerade am Vortag gesehen", meint der Pianist. Als er neulich nach einer Session zu Riley bemerkte, mittlerweile habe das Trio tatsächlich einen speziellen "Band-Sound" entwickelt, antwortete dieser, "Ja, wir sind eine Band!".

Und was für eine Band! 

Pressebilder: