• English
  • Deutsch

Michael Naura Quartett - Call

Release

Michael Naura Quartett - Call

Label: 
MPS Records
Vertrieb: 
EDEL / Naxos / Kontor New Media
Kat.Nr: 
0212827MSW
Promotion: 

Print Promotion, Online Promotion, Radio Promotion

VÖ: 
12.10.2018
- Michael Naura Quartett - Call

Als profunder Kenner der deutschen Jazzhistorie und begeisterter Sammler von MPS-Alben hat der brasilianische Soul- und AOR-Doyen Ed Motta  diese Platte für die Serie Ambassadors for MPS  auserkoren. Die Wiederveröffentlichung von Call  ist damit auch eine wundervolle Hommage an diese im letzten Jahr verstorbene Ausnahmepersönlichkeit der deutschen Jazzhistorie.

Ed Motta:
„Als ich gefragt wurde, ob ich einer der “Botschafter” für MPS sein wollte und dafür ein Album aus dem Katalog des Labels für eine Neuauflage auszuwählen, fühlte ich mich geehrt – und vielleicht ein bisschen überwältigt. Die ersten beiden, sehr offensichtlichen Titel, die mir einfielen, waren Mary Lou Williams‘ spirituelles und chorales Meisterwerk "Black Christ Of The Andes" und Bill Evans‘ "Symbiosis", ein Album, das mein Leben verändert hat. Aber ich war egoistisch. Schließlich bin ich immer noch auf der Suche nach einem wirklich guten Exemplar von "Call" von Michael Naura und ich wusste, dass ich, wenn das Album neu aufgelegt werden würde, endlich nicht nur eine gute, sondern eine exzellente Ausgabe haben würde.

In meinen frühen Tagen als Sammler hörte ich zum ersten Mal durch sein Album "European Jazz Sounds” von Michael Naura, immer noch eines meiner Lieblings-Jazzalben aus Europa. Nicht viel später kaufte ich sein Album "Vanessa". Und dann bekam ich "Call". Ich liebe dieses Album und seinen Sound. Die Leute sagen oft, dass Vibraphon und Fender Rhodes nicht perfekt zueinander passen, da sie sich in Bezug auf Sound und Textur so sehr ähneln. Aber dieses Album beweist, wie falsch sie liegen. Wolfgang Schlüters Vibraphon hat durch die Verzerrung über einen bestimmten Verstärker auf dieser Aufnahme fast einen Dave Pike-Sound. Auch im Rhodes-Sound kann man hören, dass Michael Naura mit einem ganz bestimmten Verstärker aufgenommen hat. Michael Nauras Ansatz als Solist und Arrangeur gefällt mir sehr – und als Organisator. Er denkt in diesem typisch europäischen Jazzstil, der einen tiefen klassischen Einfluss zeigt. Hier ist offensichtlich eine andere Art und Weise im Spiel, diese Musik, die Lieder und alles, was hier gespielt wird, zu organisieren.

Der herausragende Track ist für mich ”Why Is Mary So Nervous?”. Ich hatte früher eine Sendung im brasilianischen Radio mit dem Titel "Empoeirado", was auf Deutsch "staubig" bedeutet, bei der es nur um sehr seltene Platten ging. Dieser Track erwies sich als eine Art Hit im Rahmen dieser Sendung. Als ich Ende der 90er Jahre für die brasilianische Fluggesellschaft Varig das Musikprogramm gestaltete, habe ich ihn auch auf die Playlisten gesetzt. Es war immer aufregend zu wissen, dass Michael Naura in den Flugzeugen dieser brasilianischen Pan Am zu hören war.

Etliche Jahre später ging ich zum ersten Mal nach Japan und entdeckte dort eine originalverpackte “Call” in einem Plattenladen. Leider war sie extrem teuer, lustigerweise wegen des Tracks "Why Is Mary So Nervous?”, der auch dort einen gewissen Kult-Status hat. Sammler mögen diesen 6/8-Track sehr. Jetzt habe ich also endlich die Chance, eine perfekte Kopie von "Call" in meiner Sammlung zu haben. Ich bin immer sehr beeindruckt von der Qualität der neuen MPS-Reissues. Um ehrlich zu sein: Einige klingen besser als die Originale. Die George Duke-Alben in der neuen Box, die ich besitze, haben einen besseren Klang als selbst die originalen MPS-Pressungen. Das neue Remastering ist überragend. Genau richtig für MPS, genau richtig für "Call".

Ed Motta, MPS Ambassador

Pressebilder: