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Fatum

Release

Fatum

Label: 
NRW Records
Vertrieb: 
NRW Vertrieb
Kat.Nr: 
NRW 8010
Promotion: 

TV, Print, Radio, Online

Booking: 

Regine Burk

VÖ: 
30.03.2012

Martin Ehlers erforscht die melodische Seele des Jazz Fasziniert haben ihn die 88 schwarzen und weißen Tasten schon immer. Von klein auf. Klavierspielen gelernt hat er allerdings erst mit zehn Jahren. Mit einem gleichaltrigen Kumpel, der schon über eine vier Jahre längere Spielpraxis verfügt, jammen beide über Swing und Boogie Woogie. Gerade erst 16 Jahre alt, spielen sie regelmäßig in der ältesten Studentenkneipe in Kiel. Einer der beiden ist der heute in Hamburg lebende
Pianist Martin Ehlers, der mit „Fatum" soeben sein viertes Album eingespielt hat.

Schillernde Melodiefarben
Irgendwann jedoch kommt Martin Ehlers darauf, dass es auch anderen Jazz gibt. Und ein musikalisches Schlüsselerlebnis kommt noch dazu. „In der Kieler Pumpe spielte Joachim Kühn", erinnert sich Martin Ehlers, „das war schon ein echtes Erlebnis für mich. Das nächste Konzert war mit Thilo von Westernhagen, ebenfalls in der Pumpe und ab da war es eigentlich entschieden. Ich mache jetzt Jazz. Richtigen Jazz. Seitdem sitze ich am Klavier und suche nach der großen Linie", reflektiert er sein Tastenspiel, „aus dieser unablässigen Suche entsteht immer und immer wieder eine Melodie. Die Melodie ist für mich die Seele der Musik. Martin Ehlers Melodien fangen sich schillernde Farben. Er ist kein kühler Tonsetzer, aber ein großer Maler mit Tönen. Da wird nicht wild und grobschlächtig hingetuscht. Nein, da wird mit feinstem Pinsel gearbeitet. So entstehen raffinierte Klangwelten mit einer unwiderstehlichen Sogwirkung. Dabei entwickelt Martin Ehlers einen eigenen Sinn für die Dramaturgie der großen Emotion. Dazu gehört manches Mal ein druckvolles Spiel, häufiger mit nicht mehr, als sanfter Eindringlichkeit.


Die Essenz der Noten
Das große Wort „Emotion" ist bereits gefallen. Und um diese Gemütsbewegung kreist das künstlerische Schaffen von Martin Ehlers. „Ich kann nichts dagegen tun", gesteht er, „ wenn sich meine Gedanken in Emotionen und Gefühl verlieren, egal ob positiv oder negativ, dann wird das in Noten gesetzt. Man kann die Geschichten auch mit den Tasten erzählen", lässt Martin Ehlers einen Blick in die Entstehungszusammenhänge seiner Kompositionen zu. Und führt den Dialog mit dem Piano und dem Stück. Und das Lied ist Melodie. Einfache Melodie. Schlichte Melodie. Die Mangelware Einfachheit und Schlichtheit ist nicht mit der Massenware des Simplen zu verwechseln. Und wie sagte einst Antoine de Saint-Exupéry so weise: „Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn  man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weg lassen kann.“ Auf „Fatum“ huldigt das Martin Ehlers Trio, mit Thomas Biller am Kontrabass und Derek
Scherzer am Schlagzeug, diesem Prinzip der Reduktion. Dem Spektakel der Zurückhaltung. Aus dieser Verknappung der Form, durch die Entmaterialisierung
erwächst dem Martin Ehler’schen Klangkontinuum Transparenz und Sinnlichkeit gleichermaßen. Jener minimalistische, vom Ballast der gesamtem Jazzhistorie und all ihren Haupt- und Nebenwegen unbeschwerte melodisierte Klangentwurf fasziniert vor allem durch all jene Eingängigkeit und Alltäglichkeit des Tongebäudes, aus welcher Musik auch besteht und welche die Hörmuster des Lebens eher spiegelt, als viele der verschnörkelten, manierierten und querverdrehten vermeintlichen Preziosen des Jazz.

Pressebilder: